Lehrkräfte in NRW

Wer wir sind.

Köln

Münster

Ruhrgebiet (Essen)

Aktivitäten in NRW

 

Schwule Lehrer in NRW - beratend und engagiert

 CSD Köln 2016

Wie bereits in den letzten Jahren hatten sich die schwulen Lehrer in der GEW (Köln & NRW) vorgenommen, nicht nur auf dem CSD in Köln (3.7.16), sondern auch auf zwei weiteren CSDs in NRW sichtbar zu werden und Präsenz zu zeigen, um für "sexuelle und kulturelle Vielfalt" zu demonstrieren. Nach Münster, Bielefeld und Siegen in den letzten zwei Jahren waren es in diesem Jahr der CSD in der Landeshauptstadt Düsseldorf am 28.5.16 und der CSD Dortmund am 10.9.16. U.a. entstand auch aus diesen Veranstaltungen die Idee zur Gründung eines Stammtisches für schwule Lehrer für das Ruhrgebiet (siehe schwule Lehrer "Ruhr").

Auch im nächsten Jahr soll wieder an drei CSDs in NRW teilgenommen werden.

(Fotos: oben CSD Köln 2016, unten CSD Dortmund 2016)

CSD Dortmund 2016


Was wir wollen.
"Schwul" ist noch immer das häufigste Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen. Die Schwulen Lehrer treten deshalb für eine erheblich verbesserte Förderung der Aufklärungsarbeit ein. Dazu gehört auch die Aus- und Fortbildung.Vor dem Hintergrund des Aktionsplans der NRW-Landesregierung gegen Homo- und Transphobie sowie für die Akzeptanz von LSBTI*-Lebensformen verlangen die Schwulen Lehrer, dass das Land NRW seiner Verpflichtung nach § 33 Schulgesetz zur Aufklärung in den Schulen nachkommt. In der Praxis gibt es weder hinreichende didaktische Materialien für den Unterricht, noch findet eine angemessene Ausbildung von Lehrkräften zu Sexualerziehung und Antidiskriminierung statt.

Homosexuelle Lehrkräfte in NRW verlangen die Aufnahme eines verpflichtenden Ausbildungsmoduls zu Sexualerziehung und Antidiskriminierung für alle Lehrkräfte - insbesondere im Referendariat und unabhängig davon, welche Fächer sie unterrichten. Deshalb zeigte der Arbeitskreis der Schwulen Lehrer Köln/NRW in der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) der NRW-Landesregierung bei der landesweit größten CSD-Parade in Köln die "gelbe Karte" für eine bessere Aufklärung in Schulen.

Bisher entlässt das Land Nordrhein-Westfalen neue Lehrerinnen und Lehrer mit einem weißen Fleck an die Schulen, wo die Lehrkräfte dann auf junge Menschen in der Pubertät treffen. Dass dies über vierzig Jahre nach dem Beginn der Sexualaufklärung in Deutschland weiterhin schulische Realität ist, stößt auf Unverständnis der Lehrer.

In Deutschland sind die meisten lesbischen Lehrerinnen und schwulen Lehrer gegenüber ihren Schülerinnen und Schülern nicht geoutet. Nach Auffassung der Schwulen Lehrer sind daher auch strukturelle Maßnahmen im Bildungsbereich erforderlich wie eine koordinierende Stelle zu Antidiskriminierung beim Schulministerium bzw. den Bezirksregierungen.

Antidiskriminierungsstellen sollen die Akzeptanz von sexueller und kultureller Vielfalt der Lebensformen aller Menschen in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen fördern. Verlangt werden auch Ansprechpersonen in den Schulen vor Ort. Erste positive Entwicklungen gibt es bereits, wie zum Beispiel die Projekte von SCHLAU und Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie, die beide vom Land NRW gefördert werden.


Wo und wann wir uns treffen.

Lehrergruppe beim CSD Köln

Lehrergruppe in Köln

Die Kölner Gruppe der Schwulen Lehrer ist organisatorisch an die GEW angegliedert. Ihr Name lautet offiziell: "Arbeitskreis homosexueller Lehrkräfte in der GEW Köln". Eine Mitgliedschaft in der GEW ist kein Muss. Wir sind auch offen für lesbische Lehrerinnen.

Als sich die Kölner Gruppe 2001 gründete, wurden u.a. folgende Aufgaben und regelmäßige Aktivitäten der Gruppe angedacht:

- Gesprächsrunden zur eigenen aktuellen Situation in der Schule (geoutet/ungeoutet),

- ein schwules Buchprojekt,

- Austausch von Materialien zu schwulen Themen ("Unterrichtsvorbereitung"),

- "Selbsterfahrungsbereich" (z. B. Kollegiale Fallberatung),

- Vorbereitung von politischen Aktivitäten (z. B. Aktion bei CSD oder innerhalb der Community: Stand beim "Come together Cup").


Treffen der Lehrergruppe Köln

Wir treffen uns jeden 1. Donnerstag im Monat zum Austausch über die berufliche und persönliche Situation und alles, was mit dem Thema "Schwule und Schule" zu tun hat. Wir sind auch offen für lesbische Lehrerinnen.

Der Arbeitskreis trifft sich im Kölner DGB-Haus, Hans-Böckler-Platz 1 / Bf. K-West.

Aktuelle Infos zu unseren Treffen (z. B. weitere Termine oder Terminverschiebungen wegen Ferien) sowie unsere aktuellen Kontaktdaten finden Sie auf der Interseite der GEW Köln: www.gew-koeln.de 

(Telefon Björn Kiefer: 0170-9913326 und E-Mail Bodo Busch: bodo.busch@netcologne.de)


Treffen der Lehrergruppe Münster

Der Lehrerstammtisch in Münster trifft sich einmal im Monat mittwochs um 20 Uhr im Café Lenzig.
Genaue Termine bitte erfragen.
Kontakt: Telefon (Martin): 0251 3834268


 Treffen der Lehrergruppe Ruhrgebiet

Der Lehrerstammtisch in Essen trifft sich am letzten Montag im Monat um 19.30 Uhr im im SEITENBLICK, Trentelgasse 2 (hinter dem Grillo-Theater).
Falls der Montag auf einen Feiertag fällt, findet das Treffen eine Woche früher statt.
Rückfragen und Kontakt über Stefan (stefanundarnold@gmail.com) und Telefon (Björn): 0170-9913326


Die GEW und die Schwulen Lehrer unterstützen das Projekt:

Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie

Schule der Vielfalt, ein Projekt gegen Homophobie udn Transphobie


 Aktivitäten in NRW

Am Samstag, den 30.08.14, nahmen die Schwulen Lehrer am CSD in Münster teil, der unter dem Motto „Revolution“ zum 6. Mal stattfand. Dabei unterstützte die Kölner Gruppe die Münsteraner Schwulen Lehrer bei der Christopher-Street-Day-Demo, die vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis vor das historische Rathaus auf dem Prinzipalmarkt zog, um für sexuelle Vielfalt und mehr Akzeptanz von Homosexualität auch im westfälischen Münsterland zu demonstrieren. Mit dem Flyer "Lehrer sind nicht schwul!?" machten die Lehrer auf die oft schwierige Situation für schwule und lesbische Lehrer_innen in der Schule aufmerksam.

Beim Straßenfest im Rathausinnenhof waren die Schwulen Lehrer zusammen mit dem Antidiskriminierungsprojekt Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie mit einem eigenen Stand präsent (s. Foto unten). Viele Besucher nutzten hier die Gelegenheit, sich über die Arbeit der AG LSBTI* in der GEW und Schule der Vielfalt zu informieren.

 

Veranstaltungsreihe 2013 

Im Herbst 2013 führte der Arbeitskreis Homosexuelle Lehrkräfte in der GEW Köln eine Veranstaltungsreihe durch. Sie trug den Titel: "Religiös motivierte Diskriminierung von Lesben und Schwulen am Arbeitsplatz Bildung". In der Reihe wurden - wie im Folgenden beschrieben - unterschiedliche Aspekte der Ausgrenzung und Benachteiligung thematisiert.

Veranstaltungsreihe Lizenz zum Ausgrenzen!?

Do. 17.10.2013

Schwule Lehrer, lesbische Lehrerinnen und das kirchliche Arbeitsrecht

• Wie wirkt sich das besondere kirchliche Arbeitsrecht aus auf Lehrer_innen an kirchlichen oder staatlichen Konfessionsschulen und Religionslehrer_innen an staatlichen Schulen?

• Expert_innen: Corinna Gekeler (Studienautorin "Loyal Dienen"), Sebastian Krebs (stv. Landesvorsitzender der GEW NRW)

 

Do. 14.11.2013

(Anti-) Diskriminierung im Religionsunterricht? 

• EU-Vertrag, Grundgesetz und Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz verbieten die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Garantiert das der Staat auch den Lehrer_innen und bei den Inhalten des Religionsunterrichts?

• Es diskutieren: Christoph Simonsen (kath. Hochschulpfarrer KHG Aachen), N.N. (ev. Religionslehrer), Rabeya Müller (islam. Religionspädagogin, LIB e.V.)

 

Mi. 11.12.2013

"Kirchliches Arbeitsrecht: Was tut die Politik?"

• Es diskutieren: Ingrid Matthäus-Maier, Volker Beck (MdB), Dr. Lale Akgün, Wolfgang Uellenberg-van Dawen (DGB/ver.di); Moderation: Georg Roth.

Hintergrundinfos:

Für kirchliche Arbeitgeber gilt das Betriebsverfassungsgesetz nicht, und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz erlaubt ihnen anders als anderen Arbeitgebern, „von ihren Beschäftigten ein loyales und aufrichtiges Verhalten“ zu verlangen. Das betrifft die persönliche Lebensgestaltung und kann Lesben, Schwule oder Transgender, aber auch geschieden Wiederverheiratete, unverheiratet Zusammenlebende oder Menschen ohne oder mit anderer Religionszugehörigkeit um Einstellung, Anstellung oder beruflichen Aufstieg bringen.

Ob eine so große Ausnahme dem EU-Recht und dem Grundgesetz entspricht, wird oft angezweifelt, wurde aber bisher weder vor höchsten Gerichten noch von der EU überprüft. Spektakuläre Fälle wie die Kündigung einer Kindergärtnerin in neuer Partnerschaft oder die Abweisung einer vergewaltigten Patientin haben das kirchliche Arbeitsrecht in die öffentliche Diskussion gebracht, eine Änderung der gesetzlichen Ausnahmeregeln scheint aber nicht in Sicht.

 Diskussion mit Volker Beck und Matthäus-Maier

Die Podiumsdiksussion - vier Sachverständige gegen zwei Paragrafen

Dass es die arbeitsrechtliche Situation von Kirchenbeschäftigten zu verbessern gilt, darüber herrschte Einigkeit unter den vier Podiumsgästen Ingrid Matthäus-Maier, Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Volker Beck und Lale Akgün wie den etwa 60 Personen im Publikum der von Georg Roth moderierten Veranstaltung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und ihres Arbeitskreises homosexuelle Lehrkräfte.

Zwei Paragrafen standen im Mittelpunkt der Diskussion: §118(2) des Betriebsverfassungsgesetzes macht Kirchenbetriebe wie Caritas oder Diakonie zur betriebsratsfreien Zone, wo stattdessen Mitarbeitervertretungen nach Kirchenrecht gewählt werden. Und §9 des Allgemeinen Gleichbehand­lungsgesetzes AGG erlaubt Kirchen im ersten Absatz, bei Beschäftigten und Bewerber_innen nach Religionszugehörigkeit zu unterscheiden, im zweiten, „loyales Verhalten“ auch im Privatleben zu verlangen.

So wenig Kontroverse es im Ziel gab, so unterschiedliche Auffassungen gab es über gangbare Wege. Wolfgang Uellenberg-van Dawen, ehemaliger Kölner DGB-Vorsitzender und Leiter der ver.di-Strategie-Abteilung "Politik und Planung" berichtete von Gutachten der Böckler-Stiftung und einer anhängigen Klage in Karlsruhe. Da die Ausnahme von der Betriebsverfassung aus Zeiten stamme, in denen Kirchen Sozialeinrichtungen für ihre Mitglieder betrieben, sei die durchaus zu hinterfragen, wenn sie heute am Markt für alle auftreten. Bewegen lasse sich aber vor allem etwas, wenn die Beschäftigten sich organisieren – das habe die ver.di-Kampagne für das Streikrecht gezeigt.

Lale Akgün, Leiterin der NRW-Kompetenzstelle "nachhaltige und faire Beschaffung und Vergabe", verwies auf die Marktmacht öffentlicher Aufträge, etliche Milliarden allein in NRW. Und da könne man Nicht-Diskriminierung zumindest für daraus resultierende Neueinstellungen zur Bedingung machen. Von verschiedener Seite in der Diskussion wurde auf einen Ratsbeschluss der Stadt Osnabrück hingewiesen. Auf ihre Sicht als Einwandererkind und Integrationspolitikerin angesprochen, meinte Lale Akgün, die Chance, mit dem Zuzug von Millionen Muslimen die Richtung des deutschen Staatskirchenrechts aus dem Ansatzpunkt der staatlichen "Äquidistanz" zu allen Religionen zu drehen, sei vertan worden. Nicht zufällig würden die Kirchen sich beeilen, für islamische Vereine den öffentlich-rechtlichen Körperschaftsstatus zu verlangen.

Ingrid Matthäus-Maier, Sprecherin der Kampagne „Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“, forderte einerseits eine verfassungsgemäße Auslegung der Verfassung: die sehe ein "Selbstordnungsrecht" der Kirchen vor, daraus sei fälschlich in der juristischen Diskussion ein "Selbstbestimmungsrecht" geworden. Andererseits sei auch beim EU-Gerichtshof zu klagen - wenn sich denn mal Beschäftigte finden, die trotz existenzieller Abhängigkeiten den langen Atem für die jahrelangen Prozesse hätten.
Entschieden realpolitisch gab sich Volker Beck: verfassungsändernde Mehrheiten seien nicht in Sicht. Ändern könne man also nur etwas im Dialog mit den Kirchen oder durch Aufzeigen von deren Widersprüchen in Gerichtsverfahren: ob die Kündigung aufgrund enger Moralvorstellungen denn zu dem im Katechismus geforderten "respektvollen Umgang" mit Geschiedenen, Alleinerziehenden oder Lesben und Schwulen passe. Widersprüche gebe es auch in der Ausnahmeregel der arbeitsrechtlichen EU-Antidiskriminierungs-Richtlinie (Art. 4), etwa zwischen engen Grenzen für´Diskriminierung  wegen Religionszugehörigkeit und weitgehenden Loyalitätspflichten im darauf folgenden Absatz.

Einigkeit herrschte darüber, dass mehrere Wege zu beschreiten seien, und dass es auch in den Kirchen Stimmen gebe, die – nicht zuletzt angesichts der öffentlichen Diskussion – im Interesse der Kirchen eine Trennung von Kirche und Staat fordern. Akgün: „Das öffentliche Grummeln muss anhalten und stärker werden.“ Zumal die Betroffenen selber sich schlecht zu Wort melden können, ohne ihren Arbeitsplatz zu gefährden – bezeichnend, dass anwesende Mitarbeitervertreter ihre Einrichtungen lieber nicht nennen wollten.

"Lizenz zum Ausgrenzen!?" war eine Veranstaltungsreihe des AK Homosexuelle Lehrkräfte in der GEW Köln, in Kooperation mit: LAG Lesben NRWBundesstiftung Magnus HirschfeldAG LSBTI in der GEW NRW, gefördert von: Schwules Netzwerk NRW. Medienpartner: BOX Medien

Veranstalter/Kontakt: AK Homosexuelle Lehrkräfte, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Stadtverband Köln / DGB Haus, Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln, Tel.: 0221 – 516267


Schwule Lehrer in Nordrhein-Westfalen: Wer wir sind.
Die Gruppen in NRW bestehen aus Lehrern, Erziehern, Referendaren und Lehramtsstudenten. In unseren Gruppen sind sowohl die verschiedenen Schulformen vertreten wie auch verschiedene Fachleute, z. B. aus den Personalräten. Es gibt Kollegen, die im schulischen Zusammenhang ungeoutet sind und es auch bleiben wollen, manche sind teilweise geoutet (z. B. bei Kolleg_innen, aber nicht Schüler_innen), wieder andere sind beim Kollegium wie auch gegenüber der Eltern- und Schülerschaft geoutet. Das Prinzip unserer Gruppen ist es, dass jeder für sich entscheidet, wie er sein Outing für seine Lebens- und Arbeitssituation für sinnvoll erachtet. Die Erfahrungen, die schwule Lehrer dabei machen, sind sehr unterschiedlich.

Aktivitäten in NRW werden koordiniert von der AG LSBTI* in der GEW NRW (*LSBTI steht für: Lesben, Schwule, Bi, Trans*, Inter*). Auch die Gruppe der Schwulen Lehrer in NRW ist in der AG vertreten. Es ist die offzielle Arbeitsgruppe innerhalb der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW.

AG LSBTI* Sprecher_innen-Team:

- Bodo Busch: bodo.busch@netcologne.de

- Frank G. Pohl: 0173 4631977

Kolleg_innen, die in anderen NRW-Städten auch eine Gruppe gründen (möchten) und/oder hier aufgeführt werden möchten, kontaktieren bitte die AG unter den oben genannten Daten. Danke.

Berichte zum Download: Tätigkeitsbericht 2011-2012Tätigkeitsbericht 2012-2013Tätigkeitsbericht 2013, Tätigkeitsbericht 2015, Tätigkeitsbericht 2016, Forderungen zur NRW-Landtagswahl 2017